Am 07.07.2025 um 07.07 Uhr begannen die Arbeiten zur Sanierung der Pfarrscheune in Liepe. Vorausgegangen waren zwei Jahre Planungsarbeit, Koordination zuständiger Behörden, Stiftungen, Antragstellungen für Fördermittel usw.
Die Kirchengemeinde Morgenitz mit Pastorin Annegret Möller-Titel nahm mit Unterstützung des pommerschen Kirchenkreises, Handwerkerschaft und Ehrenamtlichen die Aufgabe in Angriff, die einsturzgefährdete Pfarrscheune nicht nur zu retten, sondern sie künftig als Dorfgemeinschaftshaus für alle zu nutzen. Die Planungen für Scheune und Pfarrhaus vorangetrieben hat die Architektin Edda Eckoldt, die in Rankwitz und Dresden wohnt.
Gemeinsam mit ihrem Mann, Bernd Eckoldt, überzeugte sie die Denkmalschützer, hier tätig zu werden und die Instandsetzung zu finanzieren.
Der Förderverein ist in diese Aufgabe zweifach eingebunden: zum einen sind Vereinsmitglieder ehrenamtlich im begleitenden (Bau)Ausschuss tätig, zum anderen sammelt der Förderverein bei Konzerten, Märkten und anderen Aktivitäten Spenden, die für die Instandsetzung der Dorfscheune dringend gebraucht werden. Es entstehen immer wieder neue Ideen, um Spenden zu erhalten.
Denn in die ca. 175 Jahre alte historische Pfarrscheune, die neben der ältesten Kirche der Insel Usedom in Liepe steht, soll nach dem Willen ganz vieler Menschen demnächst neues Leben einziehen. Statt Schweine, Korn und Kartoffeln soll die Scheune künftig ein "weltliches" Dorfgemeinschaftshaus für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Lieper Winkels, angrenzender Dörfer und ihrer Gäste beherbergen.
In diesem ruhigeren Teil der Insel am Peenestrom existiert ein lebhaftes Vereinsleben. Zusammenhalt und Gemeinschaft werden großgeschrieben. Und die Sehnsucht nach Gemeinschaft braucht Raum. Und daran mangelt es im Dorf Rankwitz/Liepe und den umliegenden Dörfern. Geplant sind in der Dorfscheune deshalb ein großer und ein kleinerer Raum. Geeignete große Räumlichkeiten für nahezu alles: von Jugendtreff bis Senioren-Gymnastik, von Line-Dance bis zum Dorfkino, von Vortragsveranstaltungen bis Trauerkaffee, für Vereinsversammlungen, runde Geburtstage bis zu Hochzeitsfeiern. Deswegen wurden zwischen der Kirchgemeinde Morgenitz als Bauherrin Kooperationsvereinbarungen mit verschiedenen Vereinen und Organisationen der ganzen Region geschlossen. Die Unterstützung der Menschen ist groß: zum Benefizkuchenbuffet für die Dorfscheune wurden für das letzte Dorffest allein 80 Kuchen gebacken.
Bis zum Jahresende 2025 wurden für die Sanierung der Außenhülle knapp 240.000 Euro verbaut. Geldgeber sind das Landesdenkmalamt, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, der Vorpommernfonds, die örtliche Jagdgenossenschaft, private Spenden und die Kirche selbst.
Am 06. August übergab der für Vorpommern zuständige Staatssekretär Heiko Miraß einen Fördermittelbescheid. Er betonte die große Bedeutung derartiger Stätten der Gemeinschaft im ländlichen Raum. Wenn die Sanierung abgeschlossen sei, werde die Pfarrscheune zudem ein architektonisches Kleinod im Ortsbild sein, so Heiko Miraß. Bei der Sanierung historischer Substanz sei stets der Grundsatz wichtig, in den Nutzen für die Menschen zu investieren und dies neben allen denkmalpflegerischen Aspekten in den Blick zu nehmen, betonte der Staatssekretär.
Am 14. August 2025 organisierte dann der Förderverein gemeinsam mit der Ehrenamtsstiftung MV den Besuch von Sozialministerin Stephanie Drese in Liepe. Das erste Mal schaute eine Ministerin aus Schwerin im Lieper Winkel vorbei. Sie würdigte die Arbeit aller Vereine im Lieper Winkel, die mit der Scheune eine Begegnungsstätte erhalten, die die Region belebt und Familien einen großen Raum zum Feiern bietet.
Am 02. Oktober, zum Richtfest, wollten sich dann viele Menschen im Lieper Winkel von diesen Möglichkeiten überzeugen. „Hier lebt Geschichte und gibt uns Schub.“ 120 Menschen lauschten beim Richtfest dem Richtspruch des Zimmerermeisters Thomas Rauch auf dem Dach der Dorfscheune in Liepe. Es war ein Sommermärchen: von einsturzgefährdet zu neuem Glanz.
Junge Menschen leisteten ebenfalls ihren Beitrag. Die Jugendbauhütte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz verbrachte sehr aktiv eine Woche im Oktober auf der Baustelle.
Wenn es nun in 2026 an den Innenausbau geht, werden noch viele Förderungen und Spenden benötigt. Spenden, die helfen, dass neben der ältesten Kirche Usedoms ein pommersches Kleinod zu neuem Leben erweckt wird. Viele Besucher und Besucherinnen kennen bereits das Pfarrhofensemble von Konzerten in der Kirche. An sie und viele andere ergeht nun die Bitte des Fördervereins, die historische Pfarrscheune mit einer Spende für die Allgemeinheit zu retten. Bitte, seien auch Sie dabei, damit dat watt watt.
Förderverein Dorfkirchen am Lieper Winkel e.V.
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